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29.6. 2010

txtr jetzt auch auf Android

von birte

Es ist vollbracht: Neben unserer iPhone App, kommen jetzt auch Android Smartphones in den Genuss des mobilen Lesens. Wie beim iPhone können User einfach von unterwegs auf alle Dokumente zugreifen, die bei txtr.com hinterlegt sind. Typische txtr-Funktionen wie das Verwalten von Kontakten, das Austauschen von Texten mit Freunden, oder das Setzen von Lesezeichen sind natürlich auch inbegriffen.
Damit aber nicht genug: Exklusiv für das Android gibt es jetzt auch den Buchladen to go.
Sprich: Egal wo ihr seid, Ihr könnt überall Leselektüre kaufen. Und bei über 20.000 Büchern in unserem Store dürfte das Problem „Ich hab mein Buch vergessen“ der Vergangenheit angehören.
Und so funktioniert der Buchladen auf dem Android: Einfach bei txtr.com anmelden, die txtr App aus dem Google Marketplace aufs Android Smartphone laden, einmalig die die Kreditkartendaten eingeben und dann per Fingertipp direkt zum Einkauf in den txtr store. Per Suchfunktion kann das Angebot nach Stichwörtern, Autorennamen, Buchtiteln und Dateiformaten durchforstet werden. Und wenn Ihr gerade knapp bei Kasse seid, dann schaut Euch doch in unserem Pool an freien Dokumente um.
Zusätzlich zum mobilen Shopping gibt die txtr Android App einen Vorgeschmack auf die praktische Funktionalität des txtr reader. Denn ein mit der Android App bespieltes Smartphone kann einfach per USB an den Rechner angeschlossen werden, der dann als Up- und Download Station für Bücher und digitale Dokumente dient. Zusätzlich besteht dann die Möglichkeit, die txtr library auf dem Android Handy direkt über Adobe Digital Editions zu verwalten.
Fragen und Anregungen zur Android App? Twitter, Facebook und dieser Blog stehen Euch offen.

24.6. 2010

An der Zielgruppe vorbei oder warum sind die Nicht-Leser die Zukunft des Lesens?

von birte

Die „stand-alone-eReader“ stehen momentan unter so großem Druck, dass sie bereits in den Preiskampf gezogen sind, um sich gegenüber den multi-Devices, oder sagen wir einfach, gegenüber dem iPad, behaupten zu können.

Nachdem ich mir gestern die Frage gestellt habe, ob man das iPad überhaupt mit eReadern vergleichen kann? (sprechen wir hier nicht von vollkommen unterschiedlichen Medien bzw. Trägermedien?) Und warum hat eigentlich nie jemand vom Buch erwartet, dass es auch Musik spielen kann? Finde ich heute einen wirklich wunderbaren Artikel zu den unterschiedlichen Typen von Buchkäufern. (Three Categories of Book Buyers) Auch wenn die Zahlen dem US-Markt zugeordnet werden, bin ich mir sicher, dass sich die Aussagen im Wesentlichen verallgemeinern lassen:

Die Topkäufer: 10 Prozent aller Buchkäufer machen satte 70 Prozent des Umsatzes aus.
Das Mittelfeld: 20 Prozent der Käufer sind für 20 Prozent des Umsatzes verantwortlich.
Die große Masse: 70 Prozent der Käufer stellen lediglich 10 Prozent des Umsatzes.

Oder mit anderen Worten: Sehr wenig Leser retten die gesamte Branche, während der Großteil nur selten ein Buch kauft.

Es scheint also ratsam, die kleine Gruppe von zehn Prozent der Buchkäufer als Zielgruppe zu umwerben, wenn man  seine Bücher im Trockenen haben will – und genau hier beginnt das Wunder der Buchbranche: (Oder das Wunder von Apple)

Statt den kaufkräftigen 10 Prozent, werden alle Ressourcen dafür eingesetzt die Gelegenheitskäufer einzufangen. Da diese das Lesen eines Buches, neben anderen Freizeitbeschäftigungen, wie surfen, video sehen oder gaming, eher unwichtig finden, werden dementsprechend Geräte entwickelt, die AUCH als Lesegeräte benutzt werden können. Wobei diese Funktion eher ein netter Nebeneffekt ist. (wenn man‘s schon mal hat, dann kann man ja auch drauf lesen.)

Man könnte sich ja durchaus fragen, warum ein Mediengigant wie amazon ein Gerät entwickelt, dass einfach nur zum Lesen bestimmt ist? Die Antwort ist einfach: Amazon interessiert die breite Masse nicht sonderlich. Was wichtig ist, sind die zehn Prozent. Die Topkäufer. Die Leute, die mehrere Bücher im Monat lesen. Diejenigen, die 70 Prozent des Geschäfts ausmachen. Und denen ist es vollkommen egal, ob das Ding, mit dem sie ein Buch lesen, auch noch Musik abspielen kann. Denn sie nutzen nur die Lesefunktion, diese sollte allerdings so gut sein, wie sie das von dem anderen Ding kennen, mit dem sie normalerweise lesen: Das Buch.

Das Buch, im Gegensatz zur Platte, dem Tape, der CD bereits viele Moden überstanden, vielleicht sollte man sich also an diesem Evergreen orientieren, wenn man eine e-Version daraus macht.

17.6. 2010

Kinder-Tab: Die Kinder-Apps als Rettung der Verlage?

von birte

Prophezeiungen sind eine schwierige Sache. Entweder die Technik, oder der Mensch machen den Zukunftsforschern häufig einen Strich durch die Rechnung.
Nach ein paar Wochen iTab dürfte eins jedoch klar sein: Kinderbücher werden einen immensen Aufschwung erleben.
So gab es nur wenig Reportagen, die im Zuge der iPad-Wonne nicht über Alice im Wunderland geschrieben haben. (“Alice for the iPad“). Hier wird mit dem Genre „Kinderbuch“ in Perfektion gespielt und multimedial umgesetzt. Transmediale Erzählkunst as its best, sozusagen.
Vor allem die animierten Objekte dürften die Digital Natives in helles Entzücken versetzen. Auch das neueste Projekt von Atomic Antelope „The Wonderful Wizard of Oz”, wird vermutlich zum Standartrepertoire aller Eltern-iPads werden.
Interessant ist, dass hier vor allem Klassiker von branchenfernen Firmen neu aufbereitet werden. Es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis klassische Kinderbuchverlage das neue Genre „Kinder-App“ in ihr Programm aufnehmen. Denn hier wird endlich das erfüllt, nach dem Verlage bereits eine Weile suchen: Paid Content.
Ich habe jedenfalls nur sehr vereinzelt Diskussionen über den Preis der App gehört. Indem man das Buch eben NICHT eins zu eins in ein neues Medium überträgt, ist der Nutzer durchaus bereit für den Content zu zahlen.

7.6. 2010

iPad: Wenn die Hormone nachlassen

von birte

Der Puls steigt, die Hände zittern, es glitzert, es raschelt, es ist wunderschön, es ist perfekt, es ist die erste Zeit mit dem iPad. Nachdem ganz Berlin zur Apple-Werbetafel mutiert, (vom Potsdamer Platz, Alex, Hermannplatz, bis Friedrichstrasse wird jede Wand gnadenlos zum Botschafter des Techie-Must have) ist das Bedürfnis nach dem Tablet so groß, dass man seine Fehler erstmal übersieht.
Nur langsam werden auch Stimmen erhört, die sie kritisch zum Apple-Liebling äußern:
Zum ersten wäre da der Lesekomfort. (siehe: Lesen mit dem Apple iPad – ein Leidensbericht)
Ein eReader-Ersatz ist es demnach allen Unkenrufen zum Trotz wohl doch nicht.
Nach und nach wird nun auch an der Politik von Apple heftig kritisiert. Wieso sollte man sich an ein System (iTunes) binden? Wieso sollte man nicht auch von anderen Anbietern Bücher kaufen und sie auf dem iPad lesen können? Wieso muss jede App von Apple freigegeben werden?
Jetzt wird gar überlegt, ob die App Store Zensur ein Fall für die Gerichte ist. (siehe: Rundfunkreferenten wollen Apple zähmen )
Schon auf der Leipziger Buchmesse hat Cory Doctorows dieses Thema angesprochen und ein relativ simples Gesetz aufgestellt: Every time somebody puts a lock on something that belongs to you and does not give you the key, they’re not doing it for your benefit.
Kann man so stehen lassen.

20.5. 2010

Amazon Crossing: Verlegerische Kulturförderung 2.0

von birte

Keine Ahnung wer Tierno Monénembo ist? Das dürfte sich dank amazon bald ändern. Monénembo ist der erste Autor des neuen crossing Programms, das ausländische Literatur fördern will, indem es Titel ins Englische übersetzt und sowohl in der guten alten Papierversion, wie auch als eBook publiziert.
Damit sich die Übersetzungen für den Konzern auch rentieren, wird nach der Methode des Data Mining diejenigen Bücher ausgewählt, die einen breiten Absatzmarkt finden.
Natürlich spielen neben den Punkten der Kulturförderung („ein Vertrieb von guter Literatur aus so genannten kleinen Sprachen können unsere Kulturen stimulieren und Autoren dazu inspirieren, ihren Horizont zu erweitern“) auch betriebswirtschaftliche Faktoren den den verlegerischen Aktivitäten von amazon eine Rolle. Indem Amazon selbst zum Verlag wird, entfallen die Margen an ebendiese, somit fällt der Gewinn für den bisher vor allem als Vertriebler agierenden Player wesentlich höher aus.

14.5. 2010

Macht mit beim Video zur neuen txtr iPhone App

von birte

textunes macht es, Apple macht es und jetzt auch wir: Es wird ein Video zu unserer neuen iPhone App geben und dafür brauchen wir Eure Hilfe.
Wie? Ganz einfach, schickt mir Fotos von Euch plus iPhone an Birte.Huizing@txtr.com
(am besten im jpg-Format)
Eurer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Ob in der UBahn, im Club, im Flugzeug, oder einfach nur auf dem heimischen Sofa.
Die Fotos werden am Ende des Videos eingebaut. Wie? Das werdet ihr bald hier zu sehen bekommen.
Und das Beste: Unter den skurrilsten Einsendungen verlosen wir Gutscheine für unseren Store.

Also mitmachen lohnt sich, nicht nur wegen des Ruhms.

12.5. 2010

Verlage und das iPad: Die Angst vor dem Apfel

von birte

Die erste Charge ist ausverkauft. Auch hierzulande ist das iPad das Must-Have der Saison. Früher waren es die neuen Schuhe, heute der neue Apfel. Die Schuhe waren oft unbequem, sahen aber extrem gut aus und auch der Apfel hat eine nicht ganz einfache Historie hinter sich. Grund genug, zumindest von deutscher Verlagsseite, etwas kritischer hinzusehen.
Denn was oder vielmehr wer im deutschen iBookstore vertreten sein wird, weiß der Kunde des edlen Spielzeugs nicht. In den USA hingegen waren die Verlage sehr viel deutlicher:   Penguin, Hachette, Macmillan, Simon & Schuster und HarperCollins waren im Store vertreten – und somit auch die meisten aktuellen Bestseller.
Anders sieht das Ganze in Deutschland aus. Zumindest lässt das die verhaltene Reaktion der hiesigen Verlagshäuser vermuten. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung sind sich die Verlage in einem einig: Erstmal nix sagen.

„Verlagsriese Random House hält sich es sich ebenso offen (“Wir führen mit allen potenziellen Anbietern Gespräche”) wie die Fischer Verlage (“Wir verhandeln mit vielen Anbietern”). Auch Peter Kraus vom Cleff, der kaufmännische Geschäftsführer bei Rowohlt, kann einem sehr freundlich “sagen, dass ich nichts sagen kann”.“

Bei der Contentfrage spielen aber auch die Apps eine entscheidende Rolle. Da in den USA beispielsweise die Kindle App von Apple zugelassen wurde, könnte die txtr App hier den Content auf das Device bringen.
In Deutschland kommen die Verlage also vor allem durch die Hintertür und bestimmen somit auch den Preis. Dieser dürfte nämlich der Knackpunkt der Zurückhaltung sein: In den USA ist es durchaus üblich, eBooks weit unter dem Preis der gedruckten Auflage anzubieten. Bei uns hingegen ist die Frage der Buchpreisbindung für eBooks offen, bisher orientieren sich die Preise jedoch an der Vorlage des haptischen Buches.
Letztendlich scheint dies die Apple-Jünger nicht besonders zu interessieren. Das iPad geht über die Ladentheke, ob mit oder ohne Content im iBookstore.

6.5. 2010

Google Editions: Nur gedruckte Büchern kommen rein

von birte

Jetzt wird auch Google zum Buchhändler, ganz nach firmenpolitischem Gestus wird der Konzern keine closed-Option fahren, sondern die eBooks so plattformunabhängig wie möglich anpreisen.
Sprich der txtr Ansatz des all-access wird auch bei Google verfolgt. Bücher, die man hier kauft können auch auf anderen Geräten, wie dem iPad, dem iPhone und mehreren eReadern gelesen werden.
Soweit so gut, das war eigentlich zu erwarten. Es ist ein anderer Ansatz, der viele verwundern dürfte: Google nimmt nur Bücher in sein Programm auf, die bereits als gedruckte Version existieren. Genau: Reine eBooks werden hier nicht anzutreffen sein. Diese Strategie kann man durchaus als Bekenntnis für Verlage lesen. Indem Google den Verlagen weiterhin die Hoheit über die Inhalte überlässt, stärkt ihre Macht. Wer als Autor also nicht durch den Auswahlprozess der Verlage kommt, der muss auch bei Google draußen bleiben.
Überhaupt scheint Google mit den Google Editions am Prinzip „be good“ festzuhalten: Auch Buchhändlern, deren Geschäftsmodell durch die eBook-Shops zunehmend schwieriger wird, sollen etwas abbekommen. Sie können den Online-Dienst auf der eigenen Homepage einbinden und erhalten so Anteile des Umsatzes.
Bei so viel Freundlichkeit verwundert es nicht, dass der größte Streitpunkt bisher noch nicht geklärt ist: Die Preissetzung der digitalen Bücher.

5.5. 2010

Der Marketing-Autor

von birte

nachdem Journalisten in letzter Zeit häufig vorgeworfen wird, sie verkommen zu Abgesandten der PR-Industrie, wird auch der Buchmarkt von neuen Gesetzen regiert: Das Selbstmarketing hat die Autoren erreicht.

Heute reicht es nicht mehr ein gutes Buch zu schreiben, nein, man muss auch über eine große Fangemeinde auf Facebook verfügen, einen Haufen Follower auf Twitter haben und natürlich den Alltag eines Schriftstellers auf dem persönlichen Blog darlegen. Das nennt man den neuen Autor und genau das ist der Wunsch eines jeden Verlags.

Bisher waren Marketingstrategien wohl kein Zusatzthema in Creative Writing Workshops, heute kann das Wissen um die Möglichkeiten des Selbstmarketings im Netz die Auflage eines Buches eklatant steigern. Denn: Das Budget der Verlage für das Marketing eines Buches fällt meist eher gering aus (von Toptiteln einmal abgesehen). Also heißt es ran an das WordPress, und bloggen für die Auflage.

Einer, der das in Deutschland zur Perfektion treibt, heisst Markus Albers, der sein neues Buch Meconomy gleich ganz ohne Verlag publiziert hat. Geholfen hat ihm hierbei allerdings der Erfolg seines ersten Buchs, das er bei einem klassischen Verlag (ja, die soll es auch noch geben) veröffentlicht hat. Als Gründe, warum er bei seinem zweiten Buch den Eigenverlag gewählt hat, gibt der Autor einerseits die gute Infrastruktur “Es ist kinderleicht geworden, ein E-Book in allen Formaten selbst anzubieten. Print on Demand hat gute Druckqualität, annehmbare Herstellungskosten und man landet im VlB –”, aber auch an den höheren Margen, die ihm das Publizieren ohne Verlag bietet “Pro Buch gehören 40 bis knapp 100% des Verkaufspreises mir” beim Interview mit Buchreport an.

Dass Albers das Buch selbst auch als Form des Selbstmarketings bezeichnet, mag Philologen verwundern, für Marketingprofis ist das nur konsequent.

16.4. 2010

Always on

von birte

Die re:publica geht ihrem Ende zu. Ein Grund mal über die Echtzeit nachzudenken. Über das Always-on Phänomen. Wir sind, dem Smartphone sei dank, immer online. Wir leben im Netz. Wir twittern, facebooken, bloggen und surfen von morgens bis abends. Und anscheinend finden wir es dufte. Naja, Teile von uns, es gibt ja auch das Slow Media Manifest und es wird ja schließlich viel getwittert, gefacebooked etc. darüber, dass man mal weniger twittern, facebooken soll und mehr genießen.

Mal von diesem Schrei nach Muse abgesehen gibt es aktuell den Hype um das iPad, ein superduper sexy Spielzeug, das der Inbegriff des Always on ist. Das iPad ist sicherlich für viele Dinge sehr nützlich, ich bezweifle aber, dass ich damit ein Lesevergnügen erzielen kann. Lesen ist nämlich das Gegenteil von Always on. Man kann sich herrlich hinter einem Buch verstecken, darin eintauchen und die Welt vergessen. Ich möchte nicht nebenbei hören, dass meine Emails ankommen, oder neue Tweets lesen. Ich möchte meine Ruhe haben. Versinken.

Später kann ich dann darüber twittern.